Buchhandlungen sind die Marktplätze unserer Demokratie

Pressemitteilung PEN

München, 13. März 2026

– Pressemitteilung –

Buchhandlungen sind die Marktplätze unserer Demokratie

Der Schriftsteller*innen-Verband Bayern kritisiert die Entscheidung von
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, drei Buchhandlungen aufgrund von Hinweisen
des Bundesamt für Verfassungsschutz vom Deutscher Buchhandlungspreis
auszuschließen.

Gerade im Freistaat Bayern seien unabhängige Buchhandlungen zentrale Orte des
kulturellen Lebens, erklärte der Verband. In Städten wie München, Nürnberg oder
Augsburg organisierten sie Lesungen, förderten regionale Autorinnen und Autoren
und schafften Räume für literarische Debatten.

Der Verband kritisiert insbesondere, dass sich das zugrunde liegende Verfahren der
öffentlichen Kontrolle entziehe. Weder die betroffenen Buchhandlungen noch die
Öffentlichkeit wüssten, welche Vorwürfe konkret im Raum stehen.

Der Schriftsteller*innen-Verband Bayern würde sich wünschen, das Vorgehen
offenzulegen, um die Entscheidung nachvollziehen zu können, da Transparenz
Missverständnisse abbaut. Außerdem fordern wir eine öffentliche Debatte darüber,
welche Rolle Sicherheitsbehörden bei der Vergabe staatlicher Kulturpreise spielen
dürfen.

„Buchhandlungen sind die literarischen Marktplätze unserer Demokratie – gerade in
Bayern. Wenn Geheimdienste indirekt darüber entscheiden, welche
Buchhandlungen preiswürdig sind, geraten genau jene Orte unter Druck, an denen
Debatte, Widerspruch und geistige Freiheit stattfinden. Kulturförderung darf nicht zu
einem Verfahren werden, das sich hinter geheimen Bewertungen versteckt.“,
sagt der kürzlich gewählte Landesvorsitzende des Schriftsteller*innen-Verbandes
Bayern Leonhard F. Seidl.

Pressekontakt:
VS Bayern – Verband deutscher Schriftsteller*innen in Bayern

Leonhard F. Seidl
E-Mail: seidl@textartelier.de
Tel. 0176/80766142

https://schriftsteller-bayern.de/