Pressemitteilung (6.3.26)
Verband der Schriftsteller*innen in Bayern hat einen neuen Vorstand
Digitaler Wandel, der Rechtsruck in der Gesellschaft und Kürzungen in der Kulturpolitik sind große Herausforderungen für den Verband
Der Verband deutscher Schriftsteller*innen (VS) ist im bayerischen Kulturbetrieb gut vernetzt. Er unterstützt Autor*innen bei der Wahrnehmung ihrer beruflichen Interessen und vertritt sie in Politik und Gesellschaft.
Nach über zehn Jahren haben Arwed Vogel als Vorsitzender und Marita A. Panzer als Stellvertreterin den Staffelstab an die nächste Generation übergeben. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung wurde Leonhard F. Seidl zum ersten Vorsitzenden gewählt. Das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden übernehmen Andrea Voggenreiter und die vom Landesvorstand kommissarisch gewählte stellvertretende Vorsitzende Krystyna Kuhn.
Zudem wurden Beisitzende aus den Regionalgruppen in den Vorstand des VS gewählt: Siegfried Straßner (Mittelfranken), Angela Eßer (Schwaben), Thomas Kastura (Unter- und Oberfranken) und Dietmar Grün (Ostbayern).
Der VS hat sich in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz für die Belange der bayerischen Autor*innen starkgemacht – insbesondere während der Corona-Krise, als viele Schreibende mit hohen Verdienstausfällen konfrontiert waren.
Der neue Vorstand wird sich neben dem Tagesgeschäft insbesondere mit den Folgen des digitalen Wandels und der Kürzungen in der Kulturpolitik auseinandersetzen. Beides hat starke Auswirkungen auf die Vielfalt und die Kreativität der Literaturschaffenden in Bayern.
„Wir wollen die engagierte Arbeit des bisherigen Vorstandes fortsetzen“, sagt Leonhard F. Seidl. “Nur, wenn sich die Schreibenden vernetzen und gegenseitig stärken, können wir den Herausforderungen unserer krisengebeutelten Gegenwart gerecht werden”.
Der Schriftsteller leitete sieben Jahre die Regionalgruppe Mittelfranken. Er hat zahlreiche literarische Veranstaltungen organisiert, unter anderem ein Podium zum Gedenken an die Bücherverbrennung der Nazis. Und er hat ein Austausch-Stipendium für Autor*innen zwischen Prag und Mittelfranken ins Leben gerufen.
Seidl ist unter anderem Autor von sechs Romanen, Mitglied des PEN Zentrum Deutschland und des PEN Berlin. Eine wichtige Aufgabe des Verbandes sieht Seidl darin, menschenfeindliche Sprache sichtbar zu machen und die Metapolitik der Rechtsextremen zu entlarven, mit der sie versuchen, die Literatur zu missbrauchen, um ihre Ideologie kulturell anschlussfählig zu machen. „Der Schriftsteller*innen-Verband muss dem entgegenwirken, indem er die Instrumentalisierung klar benennt und die freiheitliche, menschenwürdige Bedeutung literarischer Werke öffentlich verteidigt,“ sagt Seidl.
Andrea Voggenreiter, Autorin, Lektorin und Game Designerin, sagt: „Ich möchte meine Kompetenzen einbringen, um den Schriftstellerverband Bayern und den Beruf des Schreibens zukunftsfähig mitzugestalten.“
Seit 2024 ist sie Mitglied im Schriftstellerverband, schreibt jedoch bereits seit jungen Jahren und wurde schon als Schülerin als Redakteurin einer Schülerzeitung gefördert. Später trat sie als Lyrikerin international auf, unter anderem bei Poetry Slams. Ihre ersten Gedichte erschienen im Jahr 2000, ihr erster Verlagsroman 2022; 2024 veröffentlichte sie zudem ihren ersten Selfpublishing-Roman. Inhaltlich konzentriert sie sich heute vor allem auf Spannungsliteratur sowie familienorientierte Stoffe und bringt aus über zwanzig Jahren Tätigkeit als international geprägte IT-Spezialistin eine große Offenheit gegenüber neuen Technologien mit. Voggenreiter ist Mitglied im Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e. V., bei den Mörderischen Schwestern sowie bei den International Thriller Writers und lebt mit ihrer Familie im Raum Passau.
Krystyna Kuhn hat langjährige Erfahrung in der Arbei des VS. Sie ist seit sechs Jahren Sprecherin der Regionalgruppe Ober/Unterfranken. Sie organisiert und kuratiert zahlreiche literarische Veranstaltungen wie den Lyriktag Lohr und die Lesereihe Literaturland Bayern, beide gefördert vom Bayerischen Minsiterium für Wissenschaft und Kunst. Zudem ist sie künstlerische Leiterin des Kinder- und Jugendliteraturfestivals in Lohr a. Main. Insgesamt hat sie einundzwanzig Romane veröffentlicht. Krystyna Kuhn ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Sie sieht ihre Aufgabe im Verband darin, den literarischen Nachwuchs zu fördern, sich für faire Honorare und gegen prekäre Arbeitsbedingungen einzusetzen.
“Autor*innen sind Seismographen der Gesellschaft. Doch wir sehen, dass in vielen Ländern die künstlerische und literarische Freiheit eingeschränkt wird und Bücher auf dem Index stehen. Wer Angst hat vor dem freien Wort und vor der Sprache, fürchtet das Denken“, so Krystyna Kuh.
Der VS Bayern beteiligt sich unter anderem aktiv im Medienrat, in der SK³ – der ständigen Konferenz für Kunst und Kultur in Bayern und der Stiftung Literatur. Außerdem organisiert er den Irseer Pegasus und vergibt den Carl-Amery-Literaturpreis.
Weitere Informationen gibt es unter: www.schriftsteller-bayern.de
Bildunterschrift:
Nach über zehn Jahren hat der Verband deutscher Schriftsteller*innen in Bayern einen neuen Vorstand. Der erste Vorsitzende, Leonhard F. Seidl, ist Romanautor und kommt aus Fürth.
Urheber: Archiv Seidl
Pressekontakt:
VS Bayern – Verband deutscher Schriftsteller*innen in Bayern
Leonhard F. Seidl
E-Mail: seidl@textartelier.de
Tel. 0176/80766142
