Lesereihe „Auf gute Nachbarschaft“ in Fürth

Unter dem Motto „Auf gute Nachbarschaft – Für ein demokratisches Miteinander“ lesen auf Einladung des VS, Regionalgruppe Mittelfranken, acht Autor*innen zwischen September 2026 und Januar 2027 in der Spiegelfabrik in Fürth. Die Lesereihe spricht zwischenmenschliche und Themen einer pluralen Gesellschaft an, die Menschen aller Altersgruppen betreffen und bewegen. Im Anschluss an die Lesungen soll miteinander in Kontakt gekommen, Sorgen und Wünsche geteilt und Bekanntschaften geknüpft werden.

Quartiersbüro Spiegelfabrik Ost
Lange Straße 53, Fürth

30. September 2026, 19 Uhr
Stationen vergessenen Glücks
Friedrich Ani und Martin Beyer

7. Oktober 2026, 19 Uhr
Die Verschiebung der Welt
Pauline Füg und Ulrike Schäfer

28. Januar 2027, 19 Uhr
Held*innenreise – Von der Krise zur Chance
Elli Kolb und Krystyna Kuhn

5. November, 19 Uhr
Von Südfrankreich nach Schottland – ein Krimiabend zwischen Lavendel und Whisky
Ralf Nestmeyer – Thomas Kastura

Veranstaltungsflyer


Stationen vergessenen Glücks. Friedrich Ani und Martin Beyer

30. September 2026 19 Uhr

Moderation: Leonhard F. Seidl

Was bleibt von einem Leben, wenn man zurückblickt? Welche Wendepunkte machen uns zu dem, was wir sind?

Friedrich Ani liest aus seiner Erzählung “Stationen vergessenen Glücks”(Suhrkamp Verlag):

An einem “sonnenüberstrahlten Tag im Juni” bricht Jacob Vrell von zu Hause auf und steuert das Café eines Freundes an. Jeden Schritt, jedes Wort, das er sagen möchte, hat er sich genau zurechtgelegt. Doch immer wieder lässt ihn etwas innehalten, Umwege einschlagen, in Gedanken abschweifen. Am Ende hat er das Café erreicht, ebenso wie die anderen Stationen vergessenen Glücks …

Ani, geboren 1959 in München, zählt zu den vielfach ausgezeichneten Stimmen der deutschsprachigen Literatur und lässt in seiner unnachahmlichen Sprache ein ganzes Leben in wenigen Stunden aufscheinen.

Auch Martin Beyer erzählt in seinem Roman “Tante Helene und das Buch der Kreise” (Ullstein Verlag) von einem Leben, das sich rückblickend neu ordnet: Ein mit viel Zeitgeschichte versehener Familienroman über die Rebellion gegen gesellschaftliche und familiäre Erwartungen und den Mut, den es erfordert, sich selbst treu zu bleiben.

Tante Helene, das ist Helene Klasing, Künstlerin unter Künstlern, Freigeist unter Engstirnigen und Tochter einer Mutter, die sie nach der Geburt zur Adoption freigab, um der gesellschaftlichen und familiären Ächtung zu entgehen. Doch davon weiß Helene nichts. Erst als sie Anfang der 1960er-Jahre ihren Freund Harald heiratet, erfährt sie von ihrer adeligen Abstammung. Sie muss nicht nur mit dem Gefühl, ihr ganzes Leben lang belogen worden zu sein, zurechtkommen, sondern auch mit einer Familiengeschichte, die konträr zu all dem steht, wofür sie als junge Frau kämpft.

„Sehr einfühlsam und auch poetisch begleiten wir beim Lesen Helene Klasing: vom jungen Mädchen bis zur älteren Frau, in deren Leben wahrlich nicht alles rund läuft – für die sich im Laufe der Zeit aber doch der eine oder andere Kreis schließt.“ (Bayerischer Rundfunk)

Kartenvorverkauf Buchhandlung Edelmann Fürth und Quartiersbüro Ost.
Eintritt 10 € ermäßigt 8 €

 

Die Verschiebung der Welt. Pauline Füg und Ulrike Schäfer

7. Oktober 2026 19 Uhr

Moderation Philip Krömer

Etwas verschiebt sich. Zwischen zwei Menschen, in der Sprache, in den Nachrichten, in dem, was eben noch für gesichert galt. Pauline Füg und Ulrike Schäfer nähern sich diesem Zustand aus unterschiedlichen Richtungen – und lesen an diesem Abend aus ihren aktuellen Arbeiten.

Pauline Füg bringt Texte aus ihrem entstehenden Lyrikband system; glitch mit, in dem die Gegenwart als gestörtes System lesbar wird: Gedichte zwischen Matcha Latte und Weltuntergang, zwischen Algorithmen und Sprachlosigkeit, in denen die Sprache selbst zu glitchen beginnt.

Ulrike Schäfer liest Kurzgeschichten aus ihrem aktuellen Erzählband Schmaler Grat (Alfred Kröner Verlag), in denen das Leben der Figuren ins Wanken gerät und persönliche ebenso wie gesellschaftliche Kipppunkte spürbar werden.

Gemeinsam entsteht ein Abend, der fragt: Wie erzählen wir eine Welt, die sich unter unseren Füßen bewegt? Wo liegen die Risse – und was wird in ihnen sichtbar? Lyrik und Prosa treffen sich an den Bruchstellen der Gegenwart.

Eintritt 8 € / 5 € ermäßigt
Kein Kartenvorverkauf

 

Held*innenreise – Von der Krise zur Chance. Elli Kolb und Krystyna Kuhn

28.Januar 2027 19 Uhr

Moderation Andreas Thamm

Die Fürtherin Elli Kolb liest aus ihrem gefeierten Debütroman 9 Grad (Bastei Lübbe). Als ihre Freundin Rena schwer erkrankt, wagt sich Josie zum ersten Mal ins eiskalte Wasser und entdeckt beim Winterschwimmen eine Kraft, die ihr Leben verändert. Elli Kolb schwimmt selbst regelmäßig in der Pegnitz und hat ihre Erfahrungen mit dem Eisbaden direkt in den Roman einfließen lassen – der Titel 9 Grad bezieht sich auf die Wassertemperatur, bei der ihre Protagonistin Josie zum ersten Mal ins Wasser steigt.

„Ein berührender Liebes-, Freundschafts- und Selbstfindungsroman“ (Rolf-Bernhard Essig, Nürnberger Zeitung)

Krystyna Kuhn stellt ihren Roman Julitage vor (Königshausen & Neumann). Die in Lohr am Main lebende Autorin erzählt die Geschichte um Debora Gold und legt dabei ein Familiengeheimnis frei, das bis in die deutsche Nachkriegszeit zurückreicht. Ein Buch über Schweigen, Erinnerung und die Frage, was es bedeutet, ein Schicksal zu erzählen.

Eintritt 8 € / 5 € ermäßigt
Kein Kartenvorverkauf

 

Von Südfrankreich nach Schottland – ein Krimiabend zwischen Lavendel und Whisky. Ralf Nestmeyer – Thomas Kastura

5. November 19 Uhr

Moderation: Leonhard F. Seidl

An diesem Abend treffen zwei sehr unterschiedliche Schauplätze aufeinander: Ralf Nestmeyer entführt mit seinem neuen Provence-Krimi Nachtschwarzes Avignon (Emons Verlag)– dem fünften Fall für Capitaine Olivier Malbec – in die einstige Papststadt, wo das spurlose Verschwinden eines Mittelalterexperten ein Geflecht aus akademischen Intrigen und uralten Geheimnissen um den Templerorden aufdeckt.

Danach geht es mit Gordon Tyrie (Pseudonym des Glauser-Preisträgers Thomas Kastura) auf die raue Schönheit der Äußeren Hebriden: In Rache auf Schottisch (Droemer Knaur), dem fünften und letzten Fall der Reihe „Hynch ermittelt“, geraten Ex-Profikiller Hynch und sein Hochlandrind Thin Lizzy auf der Insel South Uist in einen Mordfall voller Clan-Fehden – schwarzhumorig und typisch schottisch.

Passend zur Insel-Atmosphäre wird der Abend von einem Whisky-Tasting begleitet.

Eintritt 8 € / 5 € ermäßigt
Kein Kartenvorverkauf


Eine Veranstaltungsreihe des Verbands der Schriftsteller*innen, Regionalgruppe Mittelfranken, gefördert vom Kulturamt der Stadt Fürth und dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Bayern.